• Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit und Logistik – (Einsteiger-) Praxisguide Circular Economy für die Logistik

Timo Landener

Die Zukunft der Logistik ist kein gerader Weg mehr, sondern ein Kreis. Dieser Praxisguide hilft beim Einstieg in den Loop.

In a nutshell: Meine bisherigen Blogposts zum Thema hatten was von Lexi, dem sympathischen Bücherwurm und Bibliothekar von Hallo Spencer. Ein freundlich pelziger Wegweiser durch den Dschungel des Halbwissens, sozusagen. Viel Erklärung, viel Einteilung, viel Differenzierung. Manchmal höre ich mich selbst sagen: Boah, ist gut jetzt. Ich will nicht (immer) erklären. Ich will mehr machen! Und eure fiktiven Stimmen nach mehr Praxis höre ich auch. Oder besser gesagt: bilde ich mir ein. Ggf. ist das aber auch nur ein schönes Indiz für meinen gesundheitlichen Zustand. Es muss doch auch möglich sein, etwas pragmatischer an die Sache ranzugehen? Verständnis einerseits, und zudem andererseits auch Pragmatismus. Nicht als Gegensatz, sondern als dynamisches Duo. Für Logistiker. Also habe ich mir mein Sitzkissen geschnappt, einen Mate-Tee in meiner Kalebasse-Bombilla-Kombo aufgegossen und mich an meinen Bureau Mazarin gesetzt und in die Tasten gehauen. Rausgekommen ist eine Art Praxisguide. Fragen, die Logistiker sich zu Anfang stellen sollten. Immer noch high-level, aber als Start- und Ankerpunkt durchaus zu gebrauchen. Zumindest hoffe ich das. Wenn es tiefer gehen soll, dann könnt ihr mich ja gerne kontaktieren.

Warum jetzt handeln?

Circular Economy ist für die Logistik mehr als ein Nachhaltigkeitsthema. Sie wird zum Wettbewerbsfaktor, weil Kund:innen, Gesetzgeber und Investoren zunehmend Transparenz, CO₂-Reduktion und resiliente Lieferketten fordern. Wer frühzeitig zirkuläre Services und Technologien anbietet, positioniert sich als strategischer Partner statt als reiner Dienstleister oder Lieferant.

Über diverse Blogpost habe ich bereits die Circular Economy unter verschiedenen Gesichtspunkten seziert. Wer sich nochmal schlau machen möchte, dem lege ich also meine bisherigen Blogposteinträge ans Herz:

Da die Circular Economy für die verschiedenen Akteure der Logistik unterschiedliche Rollen, Hebel und Umsetzungsmöglichkeiten mit sich bringt, wird dieser Praxisguide entsprechend differenziert aufgebaut. Zur besseren Übersicht habe ich die Handlungsempfehlungen in zwei zentrale Bereiche der Logistik gegliedert:

  • Handlungsempfehlungen für Logistikunternehmen
  • Handlungsempfehlungen für Anbieter von Logistik- und Automatisierungstechnologien
Quelle: Eigene Darstellung

Teil A: Handlungsempfehlungen für Logistikunternehmen

(Speditionen, 3PL, Kontraktlogistik, Fulfillment, KEP-Dienste)

Zielbild: Vom Logistikdienstleister zum Orchestrator zirkulärer Warenflüsse

In der Circular Economy erweitert sich die Rolle von Logistikunternehmen grundlegend. Statt ausschließlich lineare Transport- und Lagerprozesse abzuwickeln, übernehmen Logistikdienstleister eine zentrale Funktion bei der Organisation und Steuerung zirkulärer Materialflüsse. Dazu gehören Rücknahme, Sortierung, Weiterleitung zur Wiederverwendung oder Wiederaufbereitung sowie die Bereitstellung von Transparenz entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Diese Transformation eröffnet neue Geschäftsmöglichkeiten, stärkt die Kundenbindung und erhöht gleichzeitig die Resilienz gegenüber Lieferkettenstörungen und Ressourcenengpässen.

Initiale Schritte: Einstieg in die Circular Economy

#1 Circularity Readiness Check der eigenen Logistikprozesse durchführen

Der erste Schritt besteht darin, Transparenz über bestehende Material- und Warenflüsse zu schaffen. Ziel ist es, Ansatzpunkte für zirkuläre Lösungen zu identifizieren. Dabei sollten insbesondere folgende Fragen betrachtet werden:

  • Wo entstehen Rückläufe, beispielsweise durch Retouren oder Mehrwegverpackungen?
  • Welche Verpackungsmaterialien werden eingesetzt und entsorgt?
  • Wo entstehen Leerfahrten oder ineffiziente Transportbewegungen?
  • Welche bestehenden Prozesse könnten für Rückführungslogistik genutzt werden?

Diese Analyse bildet die Grundlage für die Entwicklung konkreter Maßnahmen.

#2 Bedarf und Erwartungen der Kunden systematisch erfassen

Zahlreiche Industrie-, Handels- und E-Commerce-Unternehmen formulieren ambitionierte Nachhaltigkeits- und Circular-Economy-Ziele. In der Praxis bleibt es jedoch vielerorts noch bei strategischen Leitbildern – konkrete Maßnahmen und skalierte Umsetzungen sind oft die Ausnahme. Vor allem bei der Circular Economy klafft noch eine erhebliche Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. [6] Logistikunternehmen können sich frühzeitig als Lösungspartner positionieren, indem sie den Bedarf aktiv erfragen. Wichtige Themen in Kundengesprächen sind beispielsweise:

  • Bedarf an Rücknahme- oder Reverse-Logistics-Services
  • Anforderungen an CO₂-Transparenz und Reporting (siehe auch unten: [7])
  • Interesse an Mehrwegverpackungssystemen (siehe auch unten: [8])
  • Unterstützung bei Refurbishment- oder Recyclingprozessen

Diese Gespräche helfen dabei, neue Serviceangebote gezielt am Marktbedarf auszurichten.

#3 Pilotprojekte für Reverse Logistics initiieren

Anstatt sofort umfassende Veränderungen vorzunehmen, empfiehlt sich der Einstieg über klar definierte Pilotprojekte. Diese ermöglichen es, Erfahrungen zu sammeln und Prozesse schrittweise zu optimieren. Und darüber hinaus den Business Case in Realität zu validieren. Beispiele für geeignete Pilotprojekte sind:

  • Rücknahme von Mehrwegverpackungen bei ausgewählten Kunden
  • Bündelung und Weiterleitung von Retouren an Refurbishment-Partner
  • Aufbau eines Rückführungskonzepts in einer bestimmten Region

Wichtig ist, klare Ziele und Kennzahlen zu definieren, etwa Rücklaufquoten, Prozesskosten oder Bearbeitungszeiten.

Mittelfristige Maßnahmen: Ausbau zirkulärer Logistikservices

#1 Entwicklung und Integration zirkulärer Serviceangebote

Auf Basis erster Pilotprojekte können Logistikunternehmen ihr Leistungsportfolio gezielt erweitern. Dazu gehören beispielsweise:

  • Rücknahme und Sortierung von Produkten und Verpackungen
  • Weiterleitung an Reparatur-, Refurbishment- oder Recyclingpartner
  • Management von Mehrwegverpackungssystemen (siehe auch unten: [8])
  • Bereitstellung von Transparenz über Rückläufe und Materialflüsse

Diese Services schaffen zusätzlichen Mehrwert für Kunden und eröffnen neue Einnahmequellen.

#2 Aufbau strategischer Partnernetzwerke

Circular Economy erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Akteure entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Logistikunternehmen sollten daher gezielt Partnerschaften aufbauen, etwa mit:

  • Recyclingunternehmen
  • Urban Mining (siehe auch unten: [9])
  • Refurbishment- und Reparaturdienstleistern (siehe auch unten: [10])
  • Mehrwegverpackungs- und Pooling-Anbietern (siehe auch unten: [8])
  • Technologieanbietern für Tracking und Transparenz

Durch diese Netzwerke können integrierte Kreislauflösungen angeboten werden.

#3 Digitalisierung zur Steuerung zirkulärer Materialflüsse nutzen

Digitale Technologien sind ein zentraler Enabler für Circular Economy in der Logistik. Sie ermöglichen Transparenz, Effizienz und Skalierbarkeit. Wichtige Maßnahmen umfassen:

  • Einführung von Track-and-Trace-Systemen für Rückläufe
  • Integration von Materialflussdaten in bestehende IT-Systeme
  • Aufbau von Reporting-Funktionen für CO₂-Emissionen und Zirkularitätskennzahlen

Diese Transparenz stärkt sowohl die interne Steuerung als auch die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern.

Zusammenfassung

Logistikunternehmen sind ein zentraler Enabler der Circular Economy. Mit einer schrittweisen Vorgehensweise – beginnend mit Transparenz, Pilotprojekten und dem Aufbau von Partnerschaften – können sie ihre Rolle vom operativen Dienstleister zum strategischen Partner für zirkuläre Wertschöpfung weiterentwickeln.

Kurz-Check: Die ersten 5 Schritte

Weiterführende Quellen:

Quelle: Das Gleiche in Grün?! #11 [7] und #19 [8]
Quelle: Das Gleiche in Grün?! #36 [9] und #60 [10]

Teil B: Handlungsempfehlungen für Anbieter von Logistik- und Automatisierungstechnologien

(Intralogistik, Robotik, Software, Verpackungstechnologie, Fördertechnik, IT-Lösungen)

Zielbild: Vom Technologieanbieter zum Enabler zirkulärer und resilienter Logistiksysteme

In der Circular Economy verändert sich nicht nur die Rolle von Logistikunternehmen – auch Technologieanbieter stehen vor einem strategischen Wandel. Statt ausschließlich Effizienz, Durchsatz und Kostensenkung zu optimieren, rücken nun Langlebigkeit, Modularität, Reparierbarkeit und Transparenz in den Fokus. Anbieter von Automatisierungs- und Logistiktechnologien werden zu zentralen Enablern zirkulärer Wertschöpfung, indem sie Systeme entwickeln, die Rückflüsse ermöglichen, Materialkreisläufe transparent machen und Anlagen über längere Lebenszyklen nutzbar halten.

Initiale Schritte: Einstieg in die Circular Economy

#1 Circularity Readiness Check der eigenen Produkte durchführen

Der erste Schritt ist eine ehrliche Analyse des bestehenden Produktportfolios. Ziel ist es, die Zirkularitätsfähigkeit der eigenen Technologien zu bewerten. Zentrale Fragen sind:

  • Wie modular sind die Systeme aufgebaut?
  • Können Komponenten repariert oder einfach ausgetauscht werden?
  • Wie lange ist die tatsächliche Lebensdauer der Anlagen?
  • Welche Materialien werden eingesetzt – sind sie recyclingfähig? (siehe auch unten: [11])
  • Können andere Materialien eingesetzt werden? (siehe auch unten: [12])
  • Gibt es Möglichkeiten zur Aufrüstung statt zum Komplettaustausch?

Diese Analyse zeigt schnell, wo Anpassungen notwendig und wirtschaftlich sinnvoll sind.

Übrigens: Meine beiden Blogposts zum Thema „LCA + Ecodesign = Innovation“ geben einen Überblick darüber, wie Unternehmen zu dieser Transparenz gelangen, auf die dann wiederum Innovation basiert respektive basieren könnte. [13] und [14]

#2 Bedarf und Erwartungen der Kunden systematisch erfassen

Viele Logistik- und Industrieunternehmen stehen selbst vor der Aufgabe, zirkuläre Prozesse aufzubauen. Technologieanbieter sollten diese Transformation aktiv begleiten. Wichtige Ansatzpunkte für Kundengespräche sind:

  • Bedarf an Automatisierung (Sortierung, Reparatur, Pakethandling, etc.)
  • Transparenz über Materialflüsse und CO₂-Daten
  • Lösungen für Mehrwegverpackungs-Handling (siehe [8])
  • Anlagen für Refurbishment- oder Recyclingprozesse
  • Flexibilität bei schwankenden Volumina und Rückläufen

Wer diese Bedarfe früh erkennt, kann gezielt Lösungen entwickeln und sich als Innovationspartner positionieren.

#3 Pilotlösungen und MVPs entwickeln

Anstatt sofort komplette Produktlinien umzustellen, empfiehlt sich ein iterativer Ansatz. Kleine Pilotprojekte oder Minimum Viable Products (MVPs) ermöglichen es, zirkuläre Lösungen praxisnah zu testen. Beispiele können sein:

  • Erweiterungsmodule für bestehende Anlagen zur Retourenbearbeitung
  • Software-Add-ons zur Erfassung von Material- und Emissionsdaten
  • Automatisierte Sortiersysteme für Sekundärrohstoffe
  • Reparatur-Roboter für elektronische Geräte (siehe [10])

Wichtig ist, Pilotprojekte gemeinsam mit innovationsbereiten Kunden umzusetzen und aus den Ergebnissen systematisch zu lernen.

Mittelfristige Maßnahmen: Zirkularität systematisch integrieren

#1 Design for Circularity etablieren

Circular Economy sollte kein Zusatzfeature sein, sondern integraler Bestandteil der Produktentwicklung. Dazu gehören:

  • Modulare Bauweise für einfache Reparatur und Upgrades
  • Standardisierte Komponenten zur Verlängerung der Nutzungsdauer
  • Austauschbare Module statt Komplettsysteme
  • Dokumentation für Wartung und Wiederverwendung
  • Einsatz recyclingfähiger Materialien

Ein „Design for Circularity“-Ansatz erhöht nicht nur die Nachhaltigkeit, sondern reduziert langfristig Service- und Ersatzteilkosten.

#2 Neue Geschäftsmodelle entwickeln

Circular Economy erfordert häufig neue Erlösmodelle. Statt einmaliger Produktverkäufe gewinnen nutzungs- und servicebasierte Modelle an Bedeutung. Kreislaufwirtschaftliche Geschäftsmodelle konzentrieren sich darauf, überlegene Kundennutzenversprechen zu liefern und gleichzeitig Ressourcenkreisläufe zu verlangsamen, indem sie langlebigere Produkte anbieten, Ressourcenkreisläufe schließen, Materialien nach mehrfacher (Wieder-) Nutzung durch den Verbraucher recyceln und den Kreislauf verkleinern, indem sie weniger Material pro Produkt und in den Herstellungsprozessen verwenden. Beispiele sind:

  • Product-as-a-Service-Modelle (z. B. Robotik oder Software im Abonnement) (siehe auch unten: [15])
  • Sharing Economy Modelle
  • Wartungs- und Lifecycle-Verträge
  • Upgrade-Programme statt Neuinvestitionen
  • Rücknahme- und Refurbishment-Services für Altanlagen

Übrigens: Die Sharing Economy – also das Teilen, Tauschen oder Leihen von Gütern und Dienstleistungen – ist ein wichtiger Spezialbereich innerhalb der Circular Economy. Während die Kreislaufwirtschaft grundsätzlich darauf abzielt, den Ressourcenverbrauch zu minimieren und Materialkreisläufe zu schließen, setzt die Sharing Economy besonders auf die gemeinsame Nutzung bestehender Ressourcen. Beispiele sind Carsharing, Mitwohnplattformen und Verleihdienste für Werkzeuge oder Elektronik. Durch solches Teilen werden Produkte besser ausgelastet, die Produktion neuer Güter reduziert sich und Abfallmengen sinken – ganz im Sinne der Circular Economy. Die Sharing Economy steht also für die Ressourceneffizienz durch Nutzungsintensivierung statt Eigentum: Nicht jeder braucht den eigenen Hammer, das eigene Auto oder die Bohrmaschine – wichtiger ist, dass diese Dinge immer dann verfügbar sind, wenn man sie braucht. Dies trägt essenziell dazu bei, den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern und nachhaltige Wirtschaftsstrukturen zu fördern.

Diese Modelle schaffen wiederkehrende Umsätze und stärken langfristige Kundenbeziehungen.

#3 Lifecycle-Transparenz durch Digitalisierung ermöglichen

Digitale Lösungen spielen eine Schlüsselrolle, um Zirkularität messbar und steuerbar zu machen. Relevante Maßnahmen umfassen:

  • Digitale Zwillinge für Anlagen und Komponenten (siehe auch unten: [16])
  • Tracking von Nutzungsdauer, Wartungszyklen und Materialeinsatz
  • Integration von CO₂- und Ressourcendaten in Kundensysteme
  • Plattformlösungen für Lifecycle-Management

Zusammenfassung

Anbieter von Logistik- und Automatisierungstechnologien nehmen eine Schlüsselrolle bei der Skalierung der Circular Economy ein, indem sie die operative Umsetzung zirkulärer Prozesse überhaupt erst ermöglichen. Durch Automatisierung, Softwarelösungen und intelligente Intralogistiksysteme schaffen sie die Voraussetzungen für neue Circular-Economy-Services wie effiziente Retourensortierung, Refurbishment-Prozesse, Mehrweglogistik oder transparente Materialverfolgung. Damit unterstützen sie Logistikunternehmen und Industrie aktiv beim Aufbau wirtschaftlich tragfähiger Kreislaufmodelle.

Darüber hinaus können Technologieanbieter Circular Economy auch in ihren eigenen Produkten verankern, etwa durch modulare Bauweise, Reparierbarkeit und den Einsatz zirkulierfähiger Materialien. Dies verlängert Lebenszyklen, reduziert Ressourcenverbrauch und stärkt die langfristige Kundenbindung. Der größte strategische Hebel liegt jedoch in der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. As-a-Service-Ansätze ermöglichen es, Systeme nicht nur zu verkaufen, sondern über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg zu betreiben, zurückzunehmen, zu modernisieren und erneut einzusetzen. Dadurch entstehen planbare, wiederkehrende Umsätze und gleichzeitig geschlossene technische Kreisläufe.

Technologieanbieter entwickeln sich so vom reinen Ausrüster zum langfristigen Lösungspartner, der Circular Economy nicht nur unterstützt, sondern durch neue, wirtschaftlich attraktive Geschäftsmodelle aktiv vorantreibt.

Kurz-Check: Circular Economy Startpunkte
Quelle: Das Gleiche in Grün?! #48 [11] und #44 [12]
Quelle: Das Gleiche in Grün?! #48 [15] und #59 [16]

Zum Abschluss noch ein paar praktische Tipps, wo ihr euch weiter aufschlauen oder mit wem ihr in Kontakt treten könnt, um eure eigene Circular Economy Reise begleitend zu gestalten. Und das ist nur ein kleiner Auszug…

Die CIRCO-Methode / efa

Die CIRCO-Methode ist ein Workshop-Konzept zur Entwicklung zirkulärer Geschäftsmodelle und Produkte, das Unternehmen dabei unterstützt, von linearen zu kreislauforientierten Ansätzen zu wechseln. In drei Phasen – Initiate, Ideate, Implement – analysieren Unternehmen ihre Wertschöpfungskette, entwickeln neue Ideen und erstellen konkrete Maßnahmenpläne. Die Methode fördert durch interdisziplinären Austausch nachhaltiges Produktdesign. 

Diese Methode wird u.a. von der Effizienz-Agentur NRW (EFA), dem ersten deutschen CIRCO-Hub kostenfrei im Rahmen einer Workshopreihe angeboten. Die efa ist eine vom Umweltministerium NRW gegründete Institution, die mittelständische Unternehmen bei der Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft und Dekarbonisierung unterstützt. [17]

Indeed Innovation

Indeed Innovation (mit Sitz in Hamburg) ist eine internationale Design- und Innovationsberatung, die sich auf die Transformation zur Circular Economy spezialisiert hat. Das Unternehmen entwickelt nachhaltige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle, um Abfall zu eliminieren und Ressourcen zu schonen. [18]

Circularity

Circularity (www.circularity.me) ist ein spezialisiertes Beratungsunternehmen und „Do-Tank“, das Unternehmen bei der Transformation von linearen Modellen hin zu einer zirkulären Wirtschaft unterstützt. Sie definieren Wertschöpfung neu, um Ressourcenverschwendung zu vermeiden, und entwickeln Strategien für nachhaltige Kreisläufe, wobei der Fokus auf praktischer Umsetzung, Netzwerkbildung und Wissensaufbau liegt. [19]

Ellen MacArthur Foundation 

Die Ellen MacArthur Foundation ist eine international anerkannte Stiftung mit Sitz im Vereinigten Königreich. Ihr Hauptziel ist es, den Übergang zu einer Circular Economy weltweit voranzutreiben, durch Forschung, Vernetzung, Bildungsarbeit und konkrete Projekte in unterschiedlichsten Branchen. Die Foundation gilt in vielerlei Hinsicht als ein Vorreiter in Sachen Circular Economy. [20]

Fazit

Die Circular Economy markiert einen grundlegenden Wandel für die Logistikbranche – weg von linearen Warenströmen hin zur aktiven Steuerung zirkulärer Materialflüsse. Sowohl Logistikunternehmen als auch Anbieter von Logistik- und Automatisierungstechnologien nehmen dabei komplementäre Rollen ein.

Logistikunternehmen können ihr Leistungsportfolio gezielt erweitern, indem sie neben Transport und Lagerung auch Rücknahme, Sortierung und Weiterleitung in Wiederverwendungs- und Recyclingkreisläufe integrieren. Dadurch entwickeln sie sich vom operativen Dienstleister zum zentralen Koordinator zirkulärer Wertschöpfungsprozesse und schaffen gleichzeitig neue Mehrwertservices für ihre Kunden.

Technologieanbieter wiederum ermöglichen diese Transformation durch Automatisierung, digitale Transparenz und skalierbare Systemlösungen. Gleichzeitig eröffnet die Circular Economy ihnen die Möglichkeit, ihre eigenen Produkte und Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln – etwa durch modulare Systeme, Lifecycle-Services oder As-a-Service-Modelle, die Rückführung, Modernisierung und Wiederverwendung wirtschaftlich attraktiv machen.

Für beide Gruppen gilt: Der Einstieg erfordert keine vollständige Transformation von Beginn an. Bereits erste Pilotprojekte, strategische Partnerschaften und gezielte Transparenz über Materialflüsse schaffen die Grundlage für skalierbare zirkuläre Lösungen. Unternehmen, die frühzeitig handeln, sichern sich nicht nur ökologische Vorteile, sondern stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Relevanz in zukünftigen Wertschöpfungsnetzwerken.

 

Hast du einen Fehler entdeckt? Dann schreibe mir gerne! Ich bin jederzeit dazu bereit einen Fehler zu korrigieren und darauf hinzuweisen, dass ich etwas korrigiert habe. Ich bin kein ausgebildeter Journalist. Meine Recherchen können nicht so professionell sein wie bei einem Artikel. Neben dem Schreiben eines Blogposts, arbeite ich 40 Stunden regulär bei meinem Arbeitgeber. Ich bitte dies zu berücksichtigen.

Quellen

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Autor*in

Timo Landener

Timo Landener arbeitet seit mehr als 20 Jahren im logistischen Bereich, hauptsächlich in der Intralogistik. Und seit er angefangen hat, ist viel passiert, und natürlich hat auch er sich weiterentwickelt. Anfangs interessierte er sich (fast) ausschließlich für die Digitalisierung und Automatisierung logistischer Prozesse. Über die Jahre hat er so ziemlich jede Rolle in dieser Hinsicht ausgefüllt. Von Beratung und Systemdesign über Projektmanagement bis hin zu Produktmanagement und Personalmanagement. Seit dem 01.09.2024 ist er bei der Körber als Innovation Manager (+Sustainability) tätig. Über die letzten Jahre hat er zunehmend eine Expertise im Bereich der Nachhaltigkeit und den daraus resultierenden Fragestellungen für die Logistik aufgebaut. Dieses thematisiert er zusammen mit Moritz Petersen als Host des Podcast „Das Gleiche in Grün“.


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