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Cross-Border-Fulfillment richtig aufsetzen – Antworten aus dem even Webevent mit Active Ants
Über den richtigen Zeitpunkt für die Internationalisierung, Outsourcing-Entscheidungen und automatisiertes Multi-Warehouse-Fulfillment.
In a nutshell: Wann ist der richtige Moment, über den Heimatmarkt hinauszuwachsen? Und was braucht es wirklich, um im Ausland professionell zu fulfillen? Daniel Wien, Business Development Manager bei Active Ants, hat im even Webevent aus 25 Jahren Cross-Border-Erfahrung berichtet – ohne Schönfärberei.
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Viele E-Commerce-Unternehmen starten mit einer guten Produktidee, werden im Heimatmarkt stark – und merken irgendwann, dass die Logistik mehr Zeit frisst als das eigentliche Geschäft. Dann stellt sich die Frage, wie ein internationaler Markteintritt wirklich funktioniert. Daniel Kerber hat im even Webevent erklärt, worauf es dabei ankommt.
Wann merkt man, dass der Heimatmarkt allein nicht mehr reicht und man über Grenzen hinaus denken sollte?
Daniel: Das ist sowohl als auch. Manchmal plant man es aktiv, manchmal stellt man einfach fest: Da kommen Bestellungen aus dem Ausland, die Nachfrage ist schon da. Aber grundsätzlich gilt: Erst sollte der Heimatmarkt sitzen. Man fängt in dem Markt an, in dem man sich auskennt – sprachlich, kulturell, operativ. Wenn man dort Stabilität hat, ergibt sich die Frage nach dem nächsten Schritt fast von selbst.
Du hast es so beschrieben: Irgendwann verbringt man dreiviertel seiner Zeit als Logistiker statt als Online-Händler.
Daniel: Genau das ist das Signal. Wenn Bestellungen fünf Tage brauchen, bis sie das Lager verlassen, wenn Kundenbeschwerden häufen sich, wenn die Wiederholungskäufer weniger werden – dann liegt das Problem meistens nicht am Webshop oder am Produkt, sondern an der Logistik. Der Konsument ist durch den großen amerikanischen Player mit dem A verwöhnt. Gleich mithalten muss man nicht – aber man muss zumindest auf Augenhöhe sein.
Gerd hat im Chat gefragt, ob man für so eine Entscheidung nicht eine ganzheitliche Kalkulation braucht – Transport, Lagerkosten, alles zusammen.
Daniel: Selbstverständlich. Die Wirtschaftlichkeit muss immer voranstehen. Was ich die kritische Masse nenne, ist bei jedem Unternehmen anders – bei dem einen sind es 100 Pakete pro Monat in einem bestimmten Land, bei dem anderen 1.000. Das hängt davon ab, wie groß das Gesamtgeschäft ist und wie das Sortiment aufgestellt ist. Die Entscheidung für ein zweites Lager ist keine reine Versandentscheidung, sondern eine Unternehmensentscheidung.
Sales und Marketing sind das eine. Was fliegt einem sonst noch um die Ohren?
Daniel: Die Administration. Gerade wenn man von außen in Deutschland einsteigen will – das ist ein hochdokumentiertes Land. Gewerbeanmeldung, Steuernummer, lokale Compliance. Jemand, der aus Australien kommt und das gewohnt ist, einfach loszulegen, steht hier schnell vor einer Wand. Deshalb ist es unabdingbar, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die das Setup bereits kennen und vor Ort Erfahrung haben.
Euer Ansatz ist ja nicht nur ein Standort, sondern mehrere und die Technologie dahinter ist auf allen gleich.
Daniel: Genau. Alle unsere Standorte sind auf derselben Software-Basis aufgesetzt. Der Anwender arbeitet mit einer einheitlichen Oberfläche, egal ob er aus Deutschland, Belgien, Frankreich oder den Niederlanden heraus fulfilt. Das ermöglicht zum Beispiel auch, Bestände flexibel umzuleiten: Wenn der Stock in Deutschland gerade gering ist und Ware aus Fernost vier Wochen Lieferzeit hat, kann man Bestellungen einfach aus dem niederländischen Lager bedienen. Der Endkunde merkt davon nichts – für ihn läuft es über den deutschen Webshop.
Ihr habt ja viel Infrastruktur. Was brauche ich als Händler, um bei euch loszulegen?
Daniel: Erstmal einen Onlineshop – das klingt banal, ist aber der Ausgangspunkt. Dann vor allem zwei Dinge: Technologieoffenheit und saubere Daten. Wer noch nie mit einem stark automatisierten Fulfillment-Betrieb gearbeitet hat, muss sich darauf einlassen. Und Daten sind entscheidend: Wie viele Artikel pro Bestellung, wie verteilt sich der Order-Split, welche Mengen müssen wir lagern? Diese Fragen klingen trivial, sind aber die Grundlage für ein wirtschaftlich solides Angebot. Shit in, shit out – das gilt auch hier.
Fazit: Cross-Border-Fulfillment ist kein Selbstläufer – aber planbar
Wer international wachsen will, braucht mehr als eine übersetzte Shopseite. Es braucht einen realistischen Blick auf die eigene Logistik, eine ganzheitliche Kalkulation und Partner mit lokaler Erfahrung. Active Ants zeigt, wie automatisiertes Multi-Warehouse-Fulfillment helfen kann, diesen Schritt strukturiert zu gehen.
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