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Internationalen Versand richtig aufsetzen – Antworten aus dem even Webevent mit shipcloud
Über Carrier-Strategien, lokale Last-Mile und die technische Komplexität im Cross-Border-Paketversand.
In a nutshell: Ein globaler Carrier deckt Europa ab – aber ist das wirklich die beste Lösung? Marcus Rissmann, Senior Product Manager bei shipcloud, hat im even Webevent erklärt, wann lokale Carrier die bessere Wahl sind, wie Händler ihren internationalen Versand schrittweise aufbauen sollten und warum die technische Integration oft unterschätzt wird.
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Wer zum ersten Mal international versendet, denkt oft: Ich habe schon einen Carrier, der liefert doch auch ins Ausland. Stimmt. Aber ob das die richtige Entscheidung ist, hängt von mehr ab als nur der geografischen Reichweite. Im even Webevent hat Marcus Rissmann die wichtigsten Fragen rund um Cross-Border-Versand beantwortet.
Shipcloud bezeichnet sich selbst als Parcel-Logistics-Unternehmen, nicht nur als Softwareanbieter. Was steckt dahinter?
Marcus: Wir verbinden Händler mit Versanddienstleistern – sowohl globalen als auch lokalen Carriern. Der Unterschied: Globale Carrier wie UPS haben ein eigenes flächendeckendes Netzwerk und können aus einer Hand liefern, auch Spezialdienste wie Express oder Gefahrgut. Lokale Carrier hingegen kennen ihren Markt viel besser – sie sind nah am Empfänger, kennen lokale Zustellpräferenzen und decken die letzte Meile zuverlässiger ab. Beides hat seinen Platz.
Wann macht ein lokaler Carrier Sinn und wann nicht? Ist das vor allem ein B2C-Thema?
Marcus: Definitiv ein wichtiges Unterscheidungskriterium. Im B2C-Versand spielen lokale Carrier ihre Stärken aus, weil der Endkunde erwartet, dass die Zustellung zu seinen gewohnten Abholpunkten und Paketshops passt. Im B2B ist das oft weniger relevant, weil der Empfänger ein Unternehmen ist. Aber auch dort schauen wir genau hin – es geht immer um das, was der Empfänger tatsächlich braucht.
Was sind die typischen Entscheidungskriterien bei der Carrier-Wahl? Preis ist das eine. Was zählt noch?
Marcus: Preis ist ein wesentliches Kriterium, aber nicht das einzige. Was wir immer wieder sehen: Am Ende geht es darum, den Empfänger gut zu bedienen. Und das bedeutet nicht nur günstiger Versand, sondern verlässliche Laufzeiten. Nicht unbedingt die schnellste – sondern die, die eingehalten wird. Wenn wir einen SLA mit einem Carrier vereinbart haben, messen wir genau das: Stimmt, was versprochen wurde?
Wie löst shipcloud die technische Komplexität im Hintergrund? Jeder Carrier hat seine eigene API, seine eigenen Formate.
Marcus: Das ist genau die Herausforderung und gleichzeitig unser Kern-Angebot. Wir harmonisieren: Ein Händler kommt mit denselben Informationen zu uns, egal welcher Carrier dahintersteckt. Wir überführen das in die jeweiligen Carrier-Formate. Genauso läuft es zurück: Statusdaten kommen in unterschiedlichen Formaten, wir normalisieren sie in unser internes Modell und spielen sie einheitlich aus. Bei 20, 30 oder mehr Versanddienstleistern ist das eine echte Herausforderung.
Ein Vertrag – mit shipcloud oder mit dem Carrier? Wenn ich bei euch starte: Schließe ich dann auch separat Verträge mit den einzelnen Carriern ab?
Marcus: Nein. Du schließt einen Vertrag mit uns. Wir regeln die Kommunikation – vertraglich, operativ, technisch – mit allen Carriern in unserem Portfolio. Das ist besonders vorteilhaft, wenn man neu startet oder zunächst nur ein einzelnes Land testen möchte. Unsere Kunden profitieren auch von unseren ausgehandelten Einkaufspreisen, weil wir das Volumen über alle Kunden bündeln.
Deutschland ist Retourenweltmeister. Wie relevant ist das im Cross-Border-Kontext?
Marcus: Sehr relevant und oft unterschätzt. Die Retoure ist im Prinzip das Spiegelbild der Paketshop-Zustellung: Der Empfänger muss das Paket irgendwo abgeben können. Wir bieten dafür eine eigene Softwarelösung an, über die der Endkunde selbst auswählen kann, welcher Carrier und welcher Abgabepunkt für ihn passt – nach Nähe, nach Lage auf dem Weg zur Arbeit. Das ist Flexibilität, die man dem Kunden geben kann.
Was rätst du, Marcus, Händlern, die jetzt loslegen wollen?
Marcus: Klein anfangen. Nicht das größte Marktvolumen als Startpunkt nehmen, sondern ein Land wählen, das schon signifikantes Volumen hat – und dort gezielt einen lokalen Carrier testen. A-B-Test aufsetzen, KPIs beobachten, dann schrittweise ausweiten. Das beginnt aber nicht nur beim Versand, sondern schon vorher: Marktanalyse, Artikelauswahl, die Frage, ob der Markt überhaupt bereit ist für das eigene Sortiment.
Fazit: Internationaler Versand ist mehr als eine Carrier-Entscheidung
Wer seinen Versand ins Ausland aufbauen will, steht vor mehr Entscheidungen als es auf den ersten Blick scheint – von der Carrier-Strategie über die technische Integration bis zur Retourenlogik. Shipcloud bündelt diese Komplexität in einer Plattform und macht es möglich, schrittweise und datenbasiert in neue Märkte zu starten.
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