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Vom Werkzeugmechaniker zum Head of Logistics bei PURELEI - im Interview mit Sebastian Imhof

Lisa-Marie Karusseit

Über den Quereinstieg in die Logistik, Herausforderungen im neuen Job und warum Flexibilität der Schlüssel zum Erfolg ist.

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In a nutshell: Sebastian Imhof zeigt, wie ein Quereinstieg in die Logistikbranche nicht nur möglich, sondern auch richtig erfolgreich sein kann. Vom Werkzeugmechaniker in der Automobilindustrie zum Head of Logistics bei PURELEI – er berichtet, wie er den Schritt gewagt hat, welche Herausforderungen ihn erwarteten und was ihn an seiner neuen Rolle begeistert. 

Neustart in der Logistik: Sebastians Quereinstieg bei PURELEI  

Die Logistikbranche bietet vielfältige Möglichkeiten – auch für Quereinsteiger*innen. Einer von ihnen ist Sebastian Imhof, der ursprünglich aus der Automobilindustrie kommt und heute als Head of Logistics bei PURELEI tätig ist. Er leitet das Logistiklager in Mannheim mit rund 40 Mitarbeiter*innen. In unserem Gespräch erzählt er, wie er diesen Schritt gewagt hat, welche Herausforderungen ihm begegnet sind und was ihn an seinem Job besonders begeistert. 

Von der Automobilindustrie in die Logistik - ein mutiger Schritt 

Sebastian Imhof hat 13 Jahre in der Automobilindustrie gearbeitet, dort als Werkzeugmechaniker gelernt und später eine Abteilung geleitet. Der Wechsel in die Logistik kam durch eine glückliche Fügung zustande: Ein ehemaliger Kollege, wechselte zu einem Logistikstandort und bot ihm die Chance, Strukturen und Prozesse mit aufzubauen. Der Gedanke, nach so langer Zeit eine neue Herausforderung anzunehmen, war zunächst ungewohnt. „13 Jahre in der Automobilindustrie – da geht man nicht einfach durch die erste Tür und ist weg”, sagt Sebastian. Doch nach einigen Überlegungen, Gesprächen und einer Tour durchs Warehouse entschied sich der heutige Head of Logistics für den Wechsel – eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut hat. 

Flexibilität statt feste Strukturen

Der Einstieg in die Logistik brachte einige Herausforderungen mit sich. Zwar hatte Sebastian bereits Erfahrung mit Prozessoptimierung, aber die spezifischen Abläufe in der Logistik musste er sich erst aneignen. Besonders die Flexibilität in der Branche ist eine große Umstellung: „In der Automobilindustrie gibt es feste Strukturen, in der Logistik muss man oft kurzfristig reagieren“, berichtet er. Trotzdem sieht er genau darin eine der größten Chancen für Quereinsteiger*innen: “Wer bereit ist, sich auf Neues einzulassen und kreative Lösungen zu finden, kann in der Logistik viel bewirken.” 

Herausforderungen in Spitzenzeiten 

Gerade in Hochphasen wie dem Black Friday oder der Vorweihnachtszeit kann es stressig werden und Kreativität ist gefragt. „Wir planen unsere Sales sechs bis acht Wochen im Voraus. Trotzdem kann es passieren, dass ein Sale durch die Decke geht.” Sebastian erinnert sich an einen besonders herausfordernden Moment: „Trotz guter Planung standen wir plötzlich mit 10.000 bis 15.000 offenen Bestellungen da und konnten nur 4.000 pro Tag abarbeiten. Da mussten wir schnell reagieren, Personal aus anderen Bereichen heranziehen und die Abläufe umstrukturieren.“ Solche Situationen zeigen, wie entscheidend Teamarbeit und Flexibilität in der Logistik sind.  

Routine und Langeweile? Fehlanzeige! 

Einen klassischen Arbeitsalltag gibt es im Warehouse von PURELEI kaum, denn jeder Tag bringt neue Herausforderungen. „Morgens um 08:20 Uhr besprechen wir mit dem Team die aktuellen Kennzahlen und die anstehenden Aufgaben. Im Anschluss gibt es ein weiteres Meeting mit dem Operations-Team. Danach sind die Tage unterschiedlich – mal geht es um Personalplanung, mal um operative Themen oder Prozessoptimierungen“, erklärt Sebastian. Besonders wichtig ist ihm der direkte Austausch mit seinem Team. 

Die Teamdynamik bei PURELEI 

Für Sebastian ist ein gut funktionierendes Team der Schlüssel zum Erfolg. „Nur wenn die Stimmung gut ist und sich alle aufeinander verlassen können, läuft es wirklich rund“, betont er. Um die Teamdynamik zu stärken, gibt es regelmäßige Meetings, gemeinsame Essen oder kleine Aufmerksamkeiten. Aber am wichtigsten ist ihm die offene Kommunikation: „Die besten Ideen kommen aus dem Team – deswegen binden wir alle aktiv in Entscheidungen ein.“ 

Erfolg misst sich am Teamgeist 

Als Standortleiter definiert Sebastian Erfolg nicht nur über Zahlen, sondern vor allem über die Zufriedenheit seines Teams. „Wenn meine Leute mit Freude zur Arbeit kommen und wir gemeinsam unsere Ziele erreichen, dann weiß ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“  

Für die Zukunft stehen neue Projekte an, die das Unternehmen weiter voranbringen sollen. „Wir wollen Optimierungen im Wareneingang vornehmen und Abläufe weiter verbessern.“ Auch der Versand der Adventskalender stellt eine spannende Herausforderung dar, insbesondere neben der großen “Golden-November” Sale Aktion von PURELEI. In der Vergangenheit wurde die Logistik des Adventskalenders ausgelagert und von externen Logistikdienstleistern übernommen. In diesem Jahr wird jedoch das Team von Sebastian diese Aufgabe übernehmen und bereitet sich bereits darauf vor: „Es ist entscheidend, dass alles reibungslos läuft und wir die Kunden*innen zufriedenstellen.“ 

Tipps für Quereinsteiger*innen 

Für alle, die einen Wechsel in die Logistik in Betracht ziehen, hat Sebastian einen klaren Rat: „Einfach machen! Offen für Neues sein, keine Angst vor Fehlern haben und daraus lernen. Die Logistikbranche bietet viele Möglichkeiten – man muss sie nur ergreifen.“ 

Sebastian zeigt, dass ein Quereinstieg in die Logistik nicht nur möglich, sondern auch eine spannende Herausforderung sein kann. Mit der richtigen Einstellung, einer Portion Mut und Teamgeist kann man hier viel bewegen – und genau das macht den Job für ihn so spannend. 

 

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Autor*in

Lisa-Marie Karusseit

Lisa ist seit mehreren Jahren als Personal- und Kommunikationsexpertin in den Bereichen E-Commerce und Logistik tätig. Bei even logistics teilt sie ihre umfangreichen Erfahrungen, führt Gespräche mit Expert*innen und zeigt auf, wie starke People & Culture-Strategien den nachhaltigen Erfolg von Logistikunternehmen fördern. Jenseits des beruflichen Alltags tobt sich Lisa mit abstrakter Kunst kreativ und auf dem Surfbrett sportlich aus.


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