• People&Culture

Ramadan in der Logistik: Wie Betriebe ihre Abläufe inklusiver gestalten können

Lisa-Marie Karusseit

Über Verständnis und Rücksichtnahme im Betriebsalltag – und wie mit kleinen Anpassungen während des Ramadans Vielfalt aktiv leben kann.

In a nutshell: Der Ramadan ist für viele Beschäftigte in der Logistik eine besondere Zeit – und stellt Unternehmen vor die Herausforderung, ihre Abläufe inklusiver zu gestalten. Mit kleinen Anpassungen in der Schichtplanung, offenen Kommunikationswegen und einem respektvollen Miteinander können Unternehmen nicht nur Rücksicht nehmen, sondern auch Vielfalt aktiv fördern. Wie das konkret aussehen kann und warum es sich lohnt, erfährst du in diesem Beitrag.

Logistikunternehmen sind oft internationale Arbeitsplätze, an denen Menschen aus verschiedenen Nationen und Kulturen zusammenarbeiten. Vielfalt ist eine Stärke, bringt aber auch unterschiedliche Bedürfnisse und Traditionen mit sich. Der Ramadan betrifft daher nicht nur Einzelpersonen, sondern ganze Teams und Schichtpläne. Durch eine bewusste Berücksichtigung dieser kulturellen Besonderheiten können Unternehmen ein harmonisches Arbeitsklima schaffen und ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern.  

Der Ramadan ist für viele Mitarbeiter*innen in der Logistik eine bedeutsame Zeit. In dieser Fastenzeit, die von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang dauert, ändern sich Tagesrhythmen, Energielevel und Arbeitsgewohnheiten. Um einen reibungslosen Ablauf in den Logistikzentren zu gewährleisten und gleichzeitig ein respektvolles Arbeitsumfeld zu schaffen, können Unternehmen die Betriebsabläufe entsprechend anpassen. 

Anpassungsmöglichkeiten während des Ramadans  

1. Flexible Arbeitszeiten und Schichtplanung 

Für Mitarbeiter*innen, die tagsüber fasten, ist es sinnvoll, frühere oder spätere Schichtzeiten anzubieten. Fällt die Zeit des Ramadans in den Sommer, sollten Aufgaben mit hoher körperlicher Anstrengung bestmöglich in kühlere Tageszeiten verlegt werden, um die Belastung zu minimieren. 

2. Angepasste Pausenregelungen 

Längere Pausen vor Sonnenuntergang ermöglichen es den fastenden Mitarbeiter*innen, sich auf das Fastenbrechen vorzubereiten. Ebenso sollte es die Möglichkeit geben, nach dem Iftar (Fastenbrechen) erholsame Momente einzuplanen. 

3. Sensibilisierung und Kommunikation 

Eine offene und respektvolle Kommunikation über den Ramadan fördert das Verständnis innerhalb des Teams. Führungskräfte und Kollegen*innen sollten für die besonderen Bedürfnisse der fastenden Mitarbeiter*innen sensibilisiert werden, um Missverständnisse zu vermeiden und ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten. 

Dabei ist es besonders wichtig, die betroffenen Mitarbeiter*innen aktiv in die Planung einzubeziehen. Sie können wertvolle Einblicke geben, wie sich Abläufe am besten anpassen lassen, ohne den Betrieb zu beeinträchtigen. Dies stärkt nicht nur das Teamgefühl, sondern zeigt auch Wertschätzung für kulturelle Vielfalt

4. Ernährung und Gesundheitsmanagement 

Unternehmen können Mitarbeiter*innen unterstützen, indem sie z.B. nach dem Iftar leichte, energiereiche Snacks zur Verfügung stellen oder Aufenthaltsräume für Erholungsphasen einrichten.   

Integration im Arbeitsalltag: Kleine Anpassungen, große Wirkung 

Anpassungen während des Ramadans sind nicht nur eine Frage der Rücksichtnahme, sondern auch ein Zeichen von Wertschätzung und gelebter Unternehmenskultur. Sie stärken das Teamgefühl, fördern die Motivation und tragen dazu bei, dass sich alle Mitarbeiter*innen respektiert und unterstützt fühlen.  

Natürlich sind solche Änderungen nicht in jedem Betrieb umsetzbar, doch dort, wo es möglich ist, sind sie ein wichtiger Schritt in Richtung Inklusion und Vielfalt. Besonders in der Logistik, wo viele Kulturen zusammenarbeiten, ist dies ein wichtiger Beitrag zu einem erfolgreichen und harmonischen Miteinander. 

 

Auf der Suche nach einer passenden Lösung für deine Logistik? Hier geht's zur Vergleichsplattform, die dir die Suche erleichtert. 

Autor*in

Lisa-Marie Karusseit

Lisa ist seit mehreren Jahren als Personal- und Kommunikationsexpertin in den Bereichen E-Commerce und Logistik tätig. Bei even logistics teilt sie ihre umfangreichen Erfahrungen, führt Gespräche mit Expert*innen und zeigt auf, wie starke People & Culture-Strategien den nachhaltigen Erfolg von Logistikunternehmen fördern. Jenseits des beruflichen Alltags tobt sich Lisa mit abstrakter Kunst kreativ und auf dem Surfbrett sportlich aus.


Blogpost 07 01 CE Resilienz Graphic 6
Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit und Logistik - Von der Circular Economy und der Resilienz

Blogpost 1 von 2: Was Resilienz wirklich bedeutet (und was nicht): Robustheit, Antifragilität und Effizienz im Vergleich.

Porträts FINAL Timo 006 1
Nachhaltigkeit Automatisierung

Das unterschätzte Klimaproblem im Lager

Über Nachhaltigkeit in automatisierten Kleinteilelagern. Ein Interview mit Timo Landener zu Energie, Dichte und CO₂ in der Intralogistik.

260115 even badges ratings besttop blanko 2025

Diese Logistiklösungen wurden erstmals von even ausgezeichnet

Über die erste even Auszeichnung und welche Anbieter besonders gut bewertet wurden.

Bildschirmfoto 2026 01 08 um 13 01 01
Fulfillment

Vom Excel-Chaos zum skalierbaren Fulfillment – Antworten aus dem even Webevent mit storelogix & Cella

Über die spannendsten Fragen zu Konfiguration, Updates und Go-Live-Geschwindigkeit.

241127 even blog beitragsbild 2
People&Culture

So schaffst du ein faires Prämiensystem für Zusatzaufgaben in der Logistik

Wie Unternehmen Verantwortung sichtbar und gerecht honorieren können.

Feedbackgespraeche meme
People&Culture Leadership

Warum Feedbackgespräche mit operativen Mitarbeitenden unverzichtbar sind

Warum Feedback- und Entwicklungsgespräche auch in den operativen Teams entscheidend sind.

Jablonka Leo
Aus der Praxis Interview

Austausch statt Bauchgefühl: Wie Entscheidungen in der Logistik heute entstehen

Leonard Jablonka von TEVEO über Erfahrungswissen, Kontakte und den Wert gemeinsamer Perspektiven.

241209 even blog beitragsbild 4 4

24 Sätze, die Logister*innen nicht mehr hören können

Ein etwas anderer Adventskalender der Logistik 2026

Combined image cropped
People&Culture Interview

Fachkräfte entwickeln – bis zu 100 % Förderung sichern

So profitieren DACHSER und WBS TRAINING vom Qualifizierungschancengesetz.

Combined clean
Interview Wissen

Was Unternehmen bei Verträgen zur Systemintegration beachten müssen

Mit Dr. Maximilian Dorndorf und István Fancsik, LL.M. (London) von der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH.

241127 even blog beitragsbild 2 2
People&Culture

Wie man seinen Job den Eltern erklärt - Logistik Edition

Oder: „Was zur Hölle mache ich eigentlich – und wie erkläre ich es verständlich?“

IWML Doc Morris bts FU 0566
Intralogistik Software Lagerung

Systemschmerzen erkennen: Wann dein Lager das falsche WxS-Setup hat

Über Warnsignale in Lagerprozessen, schleichende Systemprobleme und die Kunst, Fehlsteuerungen rechtzeitig zu erkennen.