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Generationswechsel in Familienunternehmen mit Theresa und Maximilian Meyer

even

Wie gelingt der Übergang? Über Verantwortung, Wandel und den richtigen Zeitpunkt für die Übergabe.

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In a nutshell: Eine aktuelle Umfrage des IFO-Instituts zeigt: Die Hälfte der deutschen Familienunternehmen steht kurz vor der Übergabe an die nächste Generation. Doch für 42 % ist die Nachfolge noch völlig ungeklärt. Besonders spannend: Während knapp die Hälfte der Unternehmen in zweiter oder dritter Generation gut aufgestellt ist, schaffen es nur 20 % über die dritte Generation hinaus. 

Was bedeutet das für Unternehmen in der Praxis? Und wie gelingt ein erfolgreicher Generationswechsel? Genau darüber haben wir mit Maximilian und Theresa Meyer gesprochen – zwei Geschwistern, die die Leitung ihres Familienunternehmens Meyer & Meyer in vierter Generation übernommen haben. 

Von der Kindheit im Unternehmen zur Führungsetage 

Maximilian und Theresa Meyer sind mit Logistik groß geworden. Schon als Kinder saßen sie mit Geschäftspartnern ihrer Eltern am Frühstückstisch und erlebten hautnah, was es bedeutet, ein Unternehmen zu führen. Doch der Einstieg ins Familienunternehmen war für beide kein Selbstläufer. 

„Mein Plan war eigentlich, in einem großen Konzern im Ausland zu arbeiten“, erzählt Theresa. Doch nach einigen Jahren in der Unternehmensberatung entschied sie sich bewusst für den Wechsel in die Firma ihrer Familie – zunächst als Chief Transformation Officer, später als CFO. Max hingegen hatte früh das Gefühl, eines Tages zurückzukehren, ließ sich aber Zeit mit dem endgültigen Schritt. 

Dass der Übergang nicht von heute auf morgen geschieht, war beiden schnell klar. „Es ist ein Prozess, in den man hineinwächst“, sagt Maximilian. „Und wir mussten uns bewusst überlegen: Was übernehmen wir? Was verändern wir?“ 

Das Unternehmen als drittes Geschwisterkind 

Der emotionale Bezug zum Unternehmen spielt für beide eine große Rolle. „Wir sagen immer, die Firma ist unser drittes Geschwisterkind“, erklärt Theresa. Diese enge Verbindung macht die Führung besonders, bringt aber auch Herausforderungen mit sich – vor allem im Umgang mit langjährigen Mitarbeitenden

„Viele unserer Kolleginnen und Kollegen kennen uns noch aus der Zeit, als wir Kinder waren. Plötzlich sind wir ihre Chefs. Das ist nicht immer einfach“, erzählt Max. Der Übergang von der alten zur neuen Generation sorgte für Euphorie, aber auch für Widerstand: „Sätze wie ‚Das hat euer Vater aber nie so gemacht‘ mussten wir uns anfangs oft anhören.“ 

Um diesen Wandel gut zu gestalten, setzen die Geschwister auf klare Kommunikation und eine schrittweise Übergabe. „Es gab keinen festen Stichtag, an dem wir plötzlich die Verantwortung übernommen haben. Wir wurden bewusst herangeführt – das hat geholfen“, so Theresa. 

Generationenwechsel in Krisenzeiten 

Die beiden sind in einer Phase ins Unternehmen eingestiegen, die alles andere als einfach war. Die Pandemie traf die Modebranche – und damit auch ihr Unternehmen in der Fashion-Logistik– hart. „Plötzlich standen wir vor riesigen Herausforderungen: Insolvenzen bei Kunden, Verträge, die neu verhandelt werden mussten, Unsicherheit in der Belegschaft.“ 

Doch anstatt zu verzweifeln, sahen sie die Krise als Chance. „Wir haben gelernt, dass solche Phasen zum Unternehmertum dazugehören. Heute wissen wir: Herausforderungen werden immer kommen – wichtig ist, dass wir darauf vorbereitet sind.“ 

Was macht ein Familienunternehmen zukunftsfähig? 

Mit dem Blick nach vorn ist für Maximilian und Theresa klar: Ihr Unternehmen soll auch für die fünfte Generation erhalten bleiben. Dafür setzen sie auf Innovation, Kundennähe und eine klare Strategie. 

„Unsere Logistik-Dienstleistungen haben sich über die Jahre verändert – von klassischen Lösungen hin zu spezialisierten Services, wie Reparaturen für Modeartikel“, erklärt Maximilian. „Wir sehen uns als Pioniere in der Fashion-Logistik und entwickeln ständig neue Lösungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“ 

Ein entscheidender Erfolgsfaktor: die richtige Mischung aus Tradition und Innovation. „Wir müssen uns immer wieder fragen: Was bewahren wir? Und was muss sich verändern?“, so Theresa. 

Tipps für einen erfolgreichen Generationswechsel 

Zum Abschluss haben die beiden einige Ratschläge für andere Familienunternehmen, die vor einem Generationswechsel stehen: 

Die Nachfolge muss gewollt sein – Ein erzwungener Übergang funktioniert nicht. Die nächste Generation muss sich bewusst für die Verantwortung entscheiden. 
Externe Unterstützung hilft – Eine neutrale Moderation oder ein Mentor kann Konflikte entschärfen und den Übergang erleichtern. 
Geduld und Flexibilität sind entscheidend – Die Übergabe sollte schrittweise erfolgen, nicht an einem festen Datum. 
Das Unternehmen steht im Mittelpunkt – Nicht persönliche Interessen, sondern die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens muss oberste Priorität haben. 

Ob es in Zukunft eine fünfte Generation geben wird, steht noch in den Sternen. Doch eines ist sicher: Maximilian und Theresa Meyer haben bewiesen, dass Familienunternehmen mit der richtigen Strategie und Haltung erfolgreich durch den Wandel gehen können. 

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Autor*in

even

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