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So schaffst du ein faires Prämiensystem für Zusatzaufgaben in der Logistik
Wie Unternehmen Verantwortung sichtbar und gerecht honorieren können.
In a nutshell: Dieser Artikel zeigt, wie Unternehmen ein transparentes Prämiensystem für Zusatzrollen von Mitarbeitenden einführen können, das Verantwortung sichtbar macht und Ungleichbehandlung vermeidet. Du lernst Schritt für Schritt, welche Rollen wichtig sind, wie sie bewertet werden und wie daraus ein faires Belohnungssystem entsteht.
In der Logistik geht es nicht nur darum, Waren von A nach B zu bewegen. Sicherheit, Compliance und reibungslose Abläufe sind genauso wichtig. Damit das funktioniert, übernehmen viele Kolleg*innen zusätzliche Rollen wie Brandschutzhelfer, Ersthelfer oder Gefahrgutbeauftragte.
Das Problem: In vielen Unternehmen ist nicht geregelt, wie solche Zusatzaufgaben entlohnt werden. Wer gut verhandelt, bekommt vielleicht mehr, andere gehen leer aus. Noch häufiger zahlen Unternehmen gar nichts extra und die Verantwortung der Mitarbeiter*innen wächst stetig, ohne dass es eine wertschätzende Entlohnung gibt. Das sorgt für Frust, Intransparenz und Ungleichbehandlung.
Die Lösung? Ein klares, einheitliches und transparentes Prämiensystem, das für alle gilt. In diesem Beitrag zeigen wir:
- Welche Zusatzrollen in der Logistik wichtig sind
- Wie Du die Rollen klassifizierst
- Wie daraus eine transparente Prämientabelle entsteht
Warum ein standardisiertes Prämiensystem notwendig ist
In vielen Betrieben fehlt eine klare Regelung, wie Zusatzaufgaben entlohnt werden. Das führt zu drei typischen Problemen:
- Intransparenz: Mitarbeitende wissen nicht, ob und wie Zusatzaufgaben honoriert werden.
- Ungleichbehandlung: Wer gut verhandelt, bekommt mehr – wer nicht, geht leer aus.
- Demotivation: Mitarbeiter*innen fühlen sich nicht wertgeschätzt. Freiwillige für wichtige Rollen zu finden, wird immer schwerer
Ein standardisiertes System bringt:
- Fairness – gleiche Rolle, gleiche Prämie
- Transparenz – alle wissen, wie die Prämien vergeben werden
- Motivation – Zusatzverantwortung wird anerkannt
Welche Zusatzrollen sind in der Logistik relevant?
Hier eine Übersicht typischer Rollen, die über den normalen Tätigkeitsbereich hinausgehen und zusätzliche Verantwortung erfordern. Diese Aufgaben sind nicht nur Zusatzarbeit, sondern erfordern Spezialwissen, Schulungen und oft eine regelmäßige Verantwortungsübernahme, die über den normalen Job hinausgeht
- Brandschutzhelfer (gesetzlich vorgeschrieben, mind. 5 % der Belegschaft)
- Ersthelfer (gesetzlich vorgeschrieben, mind. 5–10 % je nach Bereich)
- Beauftragte Person für Aufzüge / Aufzugswart
- Sprinklerwart
- Sicherheitsbeauftragte (§ 22 SGB VII, ab 20 Beschäftigten)
- Gefahrgutbeauftragte / Gefahrstoffbeauftragte (ADR, Gefahrstoffverordnung)
- Ladungssicherungsbeauftragte
- Umweltbeauftragte
- Datenschutzbeauftragte
- Kranführer-Verantwortliche
- Staplerbeauftragte
- Beauftragte für Regalanlagen (Regalprüfungen nach DIN EN 15635)
- Explosionsschutzbeauftragte
- Energie- und Nachhaltigkeitsbeauftragte
Klassifizierung der Rollen – Der Schlüssel für ein faires Prämiensystem
Damit das Prämiensystem transparent und nachvollziehbar ist, sollten Unternehmen alle Zusatzaufgaben nach klaren Kriterien bewerten und in Stufen einteilen.
Die wichtigsten Kriterien sind:
- Gesetzliche Verpflichtung & Risiko
- Ist die Rolle gesetzlich vorgeschrieben?
- Besteht eine persönliche Haftung?
- Komplexität & Fachwissen
- Reicht eine kurze Schulung oder ist eine intensive Ausbildung notwendig?
- Zeitlicher Aufwand
- Ist die Aufgabe nur im Notfall relevant oder mit regelmäßigen Tätigkeiten verbunden?
- Betriebliche Bedeutung
- Wie stark beeinflusst die Rolle Sicherheit, Compliance oder Betriebsfähigkeit?
Aus diesen Kriterien ergibt sich eine Einteilung in drei Stufen.
Die 3-Stufen-Klassifizierung für Prämien
Hier ist eine Übersicht, wie so ein Modell aussehen kann:
Zusätzlich sinnvoll:
- Einmalige Schulungsprämie nach bestandener Qualifizierung
- Regelmäßige Überprüfung der Prämienhöhe (z. B. alle 2 Jahre)
- Wertschätzung in Form von Ehrung während der Betriebsfeier, Tag der Brandschutzhelfer etc.
So implementieren Unternehmen ein transparentes Prämiensystem
- Alle Zusatzrollen erfassen
- Übersicht erstellen, welche Rollen im Betrieb existieren und welche gesetzlich vorgeschrieben sind.
- Bewertung nach den 4 Kriterien
- Jede Rolle anhand von Risiko, Komplexität, Zeitaufwand und Bedeutung einstufen.
- Prämiensystem in einer Betriebsvereinbarung festhalten
- Beträge, Voraussetzungen und Dauer der Prämienzahlung klar definieren.
- Transparente Kommunikation an alle Mitarbeiter*innen
- Veröffentlichung der Tabelle im Intranet oder per Aushang.
- Verbindlichkeit für Führungskräfte.
Zusatzaufgaben sind wichtig und gesetzlich oft vorgeschrieben – aber sie sollten nicht vom guten Willen abhängen. Mit einem klaren, transparenten Prämiensystem sorgen Unternehmen dafür, dass jede*r fair entlohnt wird und Zusatzverantwortung als Chance, nicht als Belastung gesehen wird.
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