In KI-Suchen sichtbar werden: 5 Tipps für Logistik-Anbieter

Pia Mangold

ChatGPT, Perplexity, Google AI Overview: Wenn KI Anbieter empfiehlt, solltest du dabei sein. So geht’s!

In a nutshell: Was weiß die KI über dein Unternehmen und würde sie dich empfehlen? Diese Frage stellen sich viele Logistikanbieter gerade zu Recht, denn auch bei Logistikentscheidungen werden KI-Tools immer wichtiger. In diesem Beitrag erfährst du, wie KI-Suche grundsätzlich funktioniert und was du konkret tun kannst, damit dein Unternehmen dort auftaucht.

KI-Suche im B2B: längst kein Randphänomen mehr

Ob sich unser Suchverhalten durch KI verändert, fragt sich mittlerweile vermutlich niemand mehr. Auch im B2B-Kontext gehört sie längst zum daily doing: Laut einer Forrester-Studie mit knapp 18.000 B2B-Einkäufern aus dem Januar 2026 nennen doppelt so viele Einkäufer KI-Tools als ihre wichtigste Recherchequelle wie jede andere Quelle, noch vor Anbieter-Websites, Produktexperten oder direkten Sales-Kontakten. 55 Prozent vergleichen Anbieter in KI-Tools, 47 Prozent bauen ihre interne Entscheidungsgrundlage dort zusammen, bevor sie überhaupt mit einem Anbieter gesprochen haben.

Für Logistik-Anbieter ist das besonders relevant, weil Logistikentscheidungen genau der Typ Entscheidung sind, für den KI-Recherche attraktiv ist: komplex, erklärungsbedürftig, viele Anbieter auf dem Markt. Wer ein Warehouse-Management-System evaluiert, einen neuen 3PL-Partner sucht oder ein TMS-Projekt aufsetzt, hat dutzende Fragen und nutzt KI, um sich ohne fünf Vertriebsgespräche erst einmal zu orientieren.

Wie KI-Suche funktioniert und was GEO damit zu tun hat

Um zu verstehen, was KI-Sichtbarkeit bedeutet, lohnt sich ein kurzer Blick auf den Unterschied zur klassischen Google-Suche.

Bei Google tippst du einen Begriff ein und bekommst eine Linkliste (mittlerweile auch eine AI Overview, aber wir wollen uns hier den Vergleich zur klassischen Google-Suche angucken). Du klickst, landest auf einer Website und entscheidest selbst, was du damit machst. Wer dort weit oben erscheinen will, betreibt SEO, also Search Engine Optimization: technische und inhaltliche Maßnahmen, damit Google die eigene Website als relevant einstuft.

Bei KI-Suche läuft das anders ab. Wenn jemand eine Frage in ChatGPT, Perplexity oder die Google AI Overview eingibt, zerlegt das System die Frage in kleinere Teilfragen, durchsucht das Web nach relevanten Quellen, liest diese durch und synthetisiert daraus eine fertige Antwort. Am Ende nennt es einige wenige Quellen als Referenz, manchmal auch keine.

Du bekommst also keine Liste mit Ergebnissen mehr, aus denen du selbst wählst. Sondern eine Antwort, in die verschiedene Quellen eingeflossen sind. Darin kommen Anbieter vor, oder eben nicht.

Die Disziplin, die sich darum entwickelt hat, heißt GEO, Generative Engine Optimization. Analog zu SEO beschreibt GEO Maßnahmen, mit denen Unternehmen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, in KI-generierten Antworten genannt zu werden. Die fünf Tipps weiter unten sind konkrete GEO-Maßnahmen, die für Logistik-Anbieter umsetzbar sind.

Was sind Mentions und Citations?

Zwei Begriffe, die in diesem Kontext immer wieder auftauchen: Mentions und Citations.

Eine Mention ist, wenn dein Unternehmen in einer KI-Antwort namentlich genannt wird, zum Beispiel: „Anbieter X ist bekannt für seine Kühlkettenlogistik.“ Eine Citation ist, wenn die KI zusätzlich eine konkrete Quelle verlinkt, auf die sie sich gestützt hat.

Beide sind wertvoll, aber auf unterschiedliche Weise. Mentions sorgen dafür, dass dein Name bei Suchenden hängen bleibt. Citations zeigen, welche Quellen die KI als glaubwürdig eingestuft hat. Das sind meistens keine Unternehmenswebsites, sondern Vergleichsplattformen, Fachportale oder Bewertungsseiten.

Fünf Hebel für mehr KI-Sichtbarkeit

1. Klar erklären, was du machst, und den Content aktuell halten

Das klingt banal, ist aber die Grundvoraussetzung für alles andere. Websites, die voller Formulierungen wie „ganzheitliche Logistiklösungen für Ihren Erfolg“ stecken, sind für KI-Systeme schlicht nicht auswertbar. Keine KI kann sinnvoll über dich schreiben, wenn sie nicht versteht, was du für wen anbietest.

Konkret helfen klare Leistungsbeschreibungen statt Marketingsprache. Also nicht „flexible Lagerlösungen“, sondern „wir betreiben temperaturgeführte Lagerung für Lebensmittel- und Pharmalogistiker ab 500 Paletten“. Frage-basierte Strukturen funktionieren zusätzlich gut: Wer auf seiner Website die Fragen beantwortet, die Lösungssuchende wirklich stellen, hat eine höhere Chance, in KI-Antworten aufzutauchen.

Zahlen helfen mehr als vage Behauptungen. Eine Studie von Aggarwal et al. (Princeton, Georgia Tech, Allen Institute for AI, IIT Delhi, KDD 2024) hat gezeigt, dass das Hinzufügen von konkreten Zahlen und Statistiken die Sichtbarkeit in KI-Antworten um bis zu 41 Prozent verbessert. Also nicht „wir haben viel Erfahrung“, sondern „wir haben in den letzten fünf Jahren die Lagerkosten unserer Kunden im Schnitt um 18 Prozent gesenkt“. Und: KI bevorzugt frisch aktualisierten Content, regelmäßige Überarbeitungen lohnen sich deshalb. Achte darauf, dass die KI auch weiß, dass der Content aktuell und füge eine Datumsanzeige ein.

2. Auf neutralen Drittquellen präsent sein

Wenn ein Unternehmen auf seiner eigenen Website schreibt, dass es der beste Anbieter ist, sagt das wenig. Wenn ein Fachmagazin, eine Vergleichsplattform oder eine Bewertungsseite dasselbe schreibt, ist das ein echtes Vertrauenssignal. KI bewertet Glaubwürdigkeit ähnlich wie ein erfahrener Entscheider es tun würde: Was andere über dich sagen, wiegt mehr als das, was du selbst sagst. Das ist auch der Grund, warum Citations fast nie auf Unternehmenswebsites zeigen, sondern auf unabhängige Drittquellen.

Vergleichsplattformen, Branchenverzeichnisse und Fachportale sind deshalb keine optionalen Vertriebskanäle, sondern direkte Hebel für KI-Sichtbarkeit. Ein vollständiges, gepflegtes Profil auf einer branchenspezifischen Plattform (z.B. even 🤓) erhöht die Wahrscheinlichkeit, in KI-Antworten genannt zu werden, weil es genau die Art von Quelle ist, der KI Vertrauen schenkt.

3. Bewertungen aktiv einsammeln

Bewertungen einzuholen fühlt sich mühsam an, und viele schieben es deshalb auf. Dabei werten KI-Systeme Bewertungen als eigenständiges Vertrauenssignal aus, unabhängig davon, ob ein Nutzer die Bewertungsplattform selbst besucht hat. Laut einer Analyse von Trustmary bezieht ChatGPT sich in rund 58 Prozent aller produktbezogenen Antworten auf Bewertungsquellen. Sie sind also nicht nur ein Konversionshebel für potenzielle Kunden, sondern auch eine wichtige Mention-Quelle für KI-Systeme. Entscheidend ist dabei Regelmäßigkeit: Wer nach Projektabschlüssen systematisch nach Kundenfeedback fragt, baut über Zeit ein deutlich stärkeres Signal auf als jemand, der einmalig fünf Bewertungen gesammelt hat.

4. Fachpresse, Whitepaper und Branchenreports

Eine Studie der University of Toronto (arXiv, September 2025) hat gezeigt, dass KI-Systeme sogenannte Earned Media bevorzugen: Quellen, auf denen unabhängige Dritte über ein Unternehmen schreiben, statt das Unternehmen über sich selbst. Redaktionelle Fachartikel, Gastbeiträge in Branchenmedien, Whitepaper und Branchenreports fallen genau in diese Kategorie, weil sie echtes Wissen vermitteln statt primär zu vermarkten.

Das ist der aufwändigste Hebel, aber langfristig einer der stärksten. Ein guter Startpunkt für viele Logistik-Anbieter: Gibt es Fachpublikationen in deiner Nische, die externe Beiträge veröffentlichen? Oder Branchenreports, zu denen du inhaltlich etwas beitragen kannst? Wer dort einmal einen Fuß in der Tür hat, baut über Zeit eine Präsenz auf, die KI aktiv zitiert. (Psst.. solche Reports gibt es z.B. von even 🤓)

5. LinkedIn aktiv bespielen

LinkedIn ist laut einer Analyse des KI-Sichtbarkeitstools Profound zwischen November 2025 und Februar 2026 von außerhalb der Top 20 auf Platz 5 der am häufigsten zitierten Domains bei ChatGPT gestiegen. Der Treiber sind veröffentlichte Posts, keine Profilseiten. Für Logistik-Anbieter ist das einer der niedrigschwelligsten Einstiege: regelmäßige, inhaltlich relevante Beiträge auf einem aktiven Unternehmensprofil zahlen direkt auf KI-Sichtbarkeit ein, ohne Werbebudget und ohne technisches Setup.

Fazit

Das sind natürlich nicht alle Maßnahmen, die man ergreifen kann, um in der KI-Suche sichtbar zu sein. Aber wer diese Punkte angeht, ist anderen Unternehmen schon um einiges voraus, das ist mindestens die halbe Miete.

Was sich grundsätzlich noch sagen lässt: Alle diese Punkte sind Bausteine eines guten Marketings. Owned Media, die Orientierung gibt und strukturiert aufzeigt, was du für wen anbietest, Sichtbarkeit in Earned Media und Fokus auf hochwertigen Content. GEO ist kein neues Spiel mit neuen Regeln, sondern eine Verschiebung im Kanal. Wer gutes Marketing macht, ist für KI-Suche schon besser aufgestellt, als er denkt.

 

Quellen

Forrester: The State of Business Buying, 2026 - Pressemitteilung zur Studie mit knapp 18.000 B2B-Einкäufern, Januar 2026

Aggarwal et al.: GEO: Generative Engine Optimization (arXiv 2311.09735) - Peer-reviewed Studie von Princeton, Georgia Tech, Allen Institute for AI und IIT Delhi, präsentiert auf der ACM KDD 2024

Chen et al.: Generative Engine Optimization: How to Dominate AI Search (arXiv 2509.08919) - Studie der University of Toronto zu Earned Media und KI-Zitierpräferenzen, September 2025

Trustmary: The Impact of Reviews on AI Search - Analyse zur Nutzung von Bewertungsquellen in ChatGPT-Antworten

Profound: LinkedIn Citation Analysis - Analyse der meistzitierten Domains bei ChatGPT, November 2025 – Februar 2026

Autor*in

Pia Mangold

Pia ist Head of Marketing bei even logistics und Host des Logistik-Podcasts Out of the Box. Durch ihre Erfahrung im strategischen Marketing auf Anbieterseite und den regelmäßigen Austausch mit unterschiedlichsten Akteuren – ob Anbieter oder Anwender*in – kennt sie beide Seiten der Logistik-Welt. Ihre Mission: Die Kommunikationslücke zwischen diesen beiden Perspektiven zu schließen und zu zeigen, wie vielseitig, innovativ und zugänglich Logistik wirklich ist.